Marathon Seychellen - meerzeitreisen rennt und schwitzt im Paradies!

Am 28. Februar 2016 wurde auf den Seychellen der international anerkannte 9. Seychelles Eco-Friendly Marathon ausgetragen.

Auch ich habe mich als würdiger Vertreter von meerzeitreisen in diesem Jahr der Herausforderung eines tropischen Halbmarathons gestellt!

Der Seychellen-Marathon wurde zum ersten Mal im Jahre 2008 ausgetragen und hat seitdem beständig an Popularität gewonnen. Das Rennen startet und endet traditionell am berühmten Strand Beau Vallon auf Mahé. Von dort führt die Marathonstrecke um die Nordspitze der Insel bis in die Hauptstadt Victoria und zurück. Die Teilnehmer können zwischen einem Marathon (42,195 km), Halbmarathon (21 km), 10 km, 5 km sowie einer 10 km Walking-Strecke wählen.

Seychelles Eco Friendly Marathon – Run In Last Paradise On Earth!

Unter diesem Motto stehe ich also um 06:30 Uhr morgens etwas müde aber entschlossen am Beau Vallon Strand, ausgestattet mit Startnummer, mp3-Player und einer Flasche Spezialmischung aus Wasser, einem kleinen Teil Energy-Drink und einer Prise Salz zur Krampfvorbeugung.

Obwohl die meisten Einheimischen und Touristen am frühen Sonntagmorgen noch brav in ihren Betten liegen, haben sich ca. 500 Teilnehmer zum gemeinsamen Frühsport eingefunden. Zum Start des Marathons und Halbmarathons um 07:00 Uhr versammeln sich nur noch verwegene 80-100 Läufer an der Startlinie, der Rest hat sich wohlweislich für die kürzeren Strecken entschieden.

Die Strecke führt zunächst vom Boathouse in Richtung Victoria und biegt an der Beau Vallon Police Station in Richtung Bel Ombre ab. Kurz hinter der Choice Villa wird gewendet und auf der gleichen Strecke zurück zum Boathouse gelaufen. Von dort beginnt dann die Strecke um die Nordspitze.

Um 07:30 Uhr startet der Mob der restlichen 400 Läufer und Geher, die sich direkt auf den Weg nach Norden machen. Ich verstehe jetzt, dass man am Anfang schneller laufen sollte, um das Boathouse vor dem Mob zu passieren, was mir leider nicht gelingt. Also muss ich mich für die nächsten Kilometer mit einem Zickzack-Kurs durch die Massen der Geher manövrieren…schlimmer als am Sonntagnachmittag zwischen Fischmarkt und Övelgönne 😉 .

Ich stelle schnell fest, dass die Strecke im Gegensatz zum Marathon in Hamburg nicht von einem begeisterten Publikum gesäumt ist, das die Läufer anfeuert und motiviert. Hier muss man sich ganz auf die Eigenmotivation verlassen. Stattdessen treffe ich auf mehr oder weniger genervte Autofahrer, die vom Mob zum Anhalten gezwungen wurden, denn die Laufstrecke ist erstaunlicherweise nicht gesperrt.

Ab dem Wendepunkt für die 10 km wird es dann einsam. Die wenigen Läufer, die jetzt noch verbleiben, stoppen die Autos und Busse nicht mehr, die jetzt dicht an mir vorbei fahren. Ich spiele mit dem Gedanken, die Kopfhörer abzunehmen, um die herannahenden Fahrzeuge besser zu hören, entscheide mich dann aber doch für den musikalischen Antrieb.

Je weiter ich nun in Richtung Glacis und Nordküste laufe, desto steiler werden auch die Anstiege. Der Schweiß läuft in Strömen und ich überlege mir schnell, dass ich als norddeutscher Flachlandtiroler die Anstiege lieber gehe, ansonsten werde ich das Ziel nie erreichen.

Jede Wasserstation ist mittlerweile heiß von mir ersehnt. Als Steigerung von Wasser gibt es leider nur nasse Schwämme. Ein paar Bananen können auf den Seychellen doch wohl nicht zu viel verlangt sein – an dieser Stelle ein Lob an die Streckenversorgung in Hamburg mit Power-Drinks, Energie-Riegeln und Obst – andererseits…ich bin ja nicht zum Essen auf der Strecke.

Ich sehne den Wendepunkt herbei und hoffe bei jeder Steigung, dass sie doch bitte die Letzte sei. Die Anstiege werden immer steiler, unter normalen Bedingungen würde ich mich weigern, diese überhaupt zu Fuß hoch zu gehen. Innerlich bedanke ich mich bei den Organisatoren, dass der Start um 07:00 Uhr und auf der am Morgen sonnenabgewandten Seite der Insel stattfindet. Hier im Norden scheint mir jetzt die Sonne ins Gesicht und sorgt für gefühlte 45°. Die armen Marathon-Läufer müssen von hier noch die ganze Strecke nach Victoria und zurück in der Sonne laufen…Respekt!

In der Nähe von Mini-Märkten blicke ich nun vermehrt in die müden und verständnislosen Augen einiger Männer beim Frühschoppen. Endlich erreiche ich den Wendepunkt, der zu meinem Entsetzen nicht mit einer Wasserversorgung ausgestattet ist. Also geht es durstig auf den Rückweg und ich habe das Gefühl, dass die eine oder andere Wasserstation bereits wieder abgebaut wurde, das ist aber sicherlich nur eine durstige Sinnestäuschung. Der Wasserverlust ist enorm, ich habe wohl noch nie so viel geschwitzt. Zum Glück laufe ich nur den Halbmarathon!

Die Erschöpfung nimmt zu. Immer wieder lege ich Gehpausen ein und diese werden auch immer länger. Ich weiß, dass es dem Ende entgegen geht, aber ich kann einfach nicht mehr. Ein paar Kilometer vor dem Ziel holt mich ein Einheimischer ein und feuert mich an, mit ihm weiter zu laufen. Ich raffe mich auf und wir laufen ein Stück gemeinsam, bevor er in Schritttempo übergeht. Wir scheinen ähnlich erschöpft zu sein. Also gehe ich jetzt auch und wir motivieren und bis zum Ziel immer wieder dazu, einige 100 m laufend zurück zu legen. Als ich Krämpfe in den Beinen kriege, bietet er mir Salz an, aber das habe ich selbst dabei und es wirkt mal wieder besser als es schmeckt. Gemeinsam starten wir den Endspurt – der nicht so schnell ausfällt, wie es sich anhört – und im Ziel gönne ich meinem namenlosen Mitläufer einen leichten Vorsprung, da er mich so nett mitgezogen hat.

Endlich darf ich stehen bleiben! Zum Glück gibt es im Ziel einen Wasserstand und ich trinke wie ein Kamel in der Oase. Ein ganz lieber Mensch überrascht mich mit einer speziellen Wundertüte mit Energy-Drinks, Seybrew & Keksen! Taumelnd vor Glück oder Erschöpfung – oder beidem – hole ich mir meine Finisher-Medaille (mit rosa Schleifchen…), mein T-Shirt (neonfarben…) und meine frisch gedruckt Urkunde – das war’s wert 🙂 . Bei meinem Freund – und besten Obstverkäufer am Beau Vallon – Randy, gönne ich mir eine wohlverdiente Trink-Kokosnuss – eine herrliche Erfrischung, die neue Kraft gibt!

Während des Nachschwitzens, das gefühlte 2 Stunden dauert, schmecken auch die ersten Seybrew, die ich mir zur Feier des Tages bereits vor dem Mittag gönne, hervorragend. Ich überlege kurz, ob ich mich zu den Frühschoppern bei Mike’s Store geselle, entscheide mich dann aber doch für ein Lunch im Boathouse. Von dort beobachte ich die letzten Marathonläufer, die sich Richtung Ziel schleppen. Ob ich mich wohl im nächsten Jahr dieser kühnen Truppe anschließe? Ich kann es wirklich noch nicht sagen. Im Nachhinein verblasst die Anstrengung und die Zufriedenheit überwiegt, und es wäre sicherlich ein tolles Gefühl, den Clock Tower in Victoria als Wendepunkt zu umrunden…hoffentlich gibt es dann dort eine Verpflegungsstation 🙂 .

Der Eco-Friendly Marathon findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Februar auf den Seychellen statt. Wenn Sie sich auch einmal dieser Herausforderung stellen möchten, wenden Sie sich gerne mit ihren Wünschen an uns. Verbringen Sie z.B. 1 oder 2 Wochen auf Mahé und wohnen Sie in einem Gästehaus direkt an der Laufstrecke! Oder kombinieren Sie den Marathon mit einem individuellen Inselhopping! Als Reisevermittler mit persönlichen Erfahrungen machen wir auch ihren Marathon zum Lauf ihres Lebens!

Sehen wir uns am Start?
Olaf

Sie haben noch Fragen zum Seychelles Eco Friendly Marathon? Wir beantworten Sie gerne, Tel. 040 – 20 90 99 23!

Schließe Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.